Fotografische Chronik der Berliner Baugeschichte

Am heutigen Dienstag (06.07.2010) schließt die Sonderausstellung „Max Krajewsky – Fotochronist der Berliner Baugeschichte“ im Deutschen Technikmuseum endgültig Ihre Pforten. Doch auf für den, der es nicht mehr schafft, sich die eindruckvolle Bilder im Museum anzusehen, gibt es eine gute Nachricht: Unter dem Titel „Max Krajewsky – Architekturfotograf zwischen Handwerk und Kunst“ ist im Wassmuth Verlag ein Begleitbuch zu der Ausstellung erschienen (ISBN 9783803007223). Die Monographie kostet 19,80 EUR und erhält zahlreiche Abbildungen.

Modell des S-Bahnhofs Potsdamer Platz 1938 - Copyright Max Krajewsky, Deutsches Technikmuseum Berlin

Max Krajewsky (1892 – 1972) zählte neben Arthur Köster und Emil Leitner zu den bedeutendsten Berliner Architekturfotografen seiner Zeit. Im Rahmen der Ausstellung werden etwa 90 in den Jahren zwischen 1930 und 1968 aufgenommene Originalabzüge gezeigt. Neben den bekannten Fotografien der Reichskanzlei und der Siedlung Zehlendorf sind auch erstmals Aufnahmen von Berliner Baustellen zu sehen, die Krajewsky als Auftragsarbeiten für Berliner Bauunternehmungen und städtische oder staatliche Behörden anfertigte.

Von seinem Vater, dem Hoffotografen Alex Krajewsky, im elterlichen Betrieb ausgebildet, machte sich Max Krajewsky Anfang der 1920er Jahre mit der „Lichtbildwerkstatt Max Krajewsky“ selbstständig. Schon früh konzentrierte er sich auf die Architektur- und Industriefotografie, zu seinen Kunden zählten namhafte Architekten, Bau- und Industrieunternehmen, städtische und staatliche Behörden. Bereits seit 1933 Mitglied der NSDAP, war er ab 1937 für die Behörde des Generalbauinspekteurs Albert Speer tätig. Aus dieser Zeit stammen auch seine berühmten Aufnahmen vom Modell der Welthauptstadt Germania. Nach dem Krieg arbeitete er bis 1968 als selbstständiger Fotograf.

Die Aufarbeitung und Sichtung seines fotografischen Vermächtnisses hat gerade erst begonnen. Buch und Ausstellung sind ein erster Schritt, die Bilderwelt des Max Krajewsky auch für die Nachwelt zu erschließen.

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