Haus-Asyl im Wedding

Berliner Gören inspizieren in einem Hof in der Wriezener Straße im Wedding die verwitterte Holzfassade eines unverkennbar amerikanischen Wohnhauses. Tatsächlich stand es einst in Detroit und beherbergte für ein paar Jahre mit Rosa Parks eine Ikone der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Der aus New York stammende Künstler Ryan Mendoza verhalf der vom Abriss bedrohten Holzkonstruktion zur Flucht und bot ihm auf seinem Grundstück im Berliner Norden erst einmal Asyl.

Eingezwängt zwischen Mendozas dortigen Atelier- und Wohngebäuden und der Brandwand des Nachbarhauses wirkt der kleine Bau wie ein Fremdkörper. Das ist auch so gewollt. Denn Mendoza hofft, dass das kleine Wohnhaus irgendwann in seine Heimat zurückkehrt. Am besten – so Mendoza – soll es dann direkt neben dem Weißen Haus stehen. Rosa Parks´ armselige Behausung neben dem prächtigen, von schwarzen Sklaven erbauten Präsidentenpalast: symbolträchtiger könnte man den Opfer von Ungleichheit und Rassismus in den USA kaum gedenken.

In der 1600 Pennsylvania Avenue mimt derzeit mit Donald Trump allerdings ein bekennender Rassist den Hausherrn. So dürfte noch viel Wasser die Spree hinabfließen, bis der hölzerne Flüchtling das Exil hinter sich lassen kann. Zeit genug also für Berliner und Interessierte, das historische Gebäude kennenzulernen. Mendoza und seine Frau führen seit April vielfältige Veranstaltungen wie Konzerte, Installationen oder Lesungen rund um Parks´ Vermächtnis durch. Aktuelle Events sind stets auf der Homepage des Künstlers gelistet.

Alle Fotos: Sven Hoch

Lesetipps:

Ryan Mendoza – Homepage des amerikanischen Künstlers Ryan Mendoza mit Infos und Veranstaltung rund um das Rosa-Parks-Haus

Das Haus von Rosa Parks steht jetzt im Wedding – Artikel im Berliner Tagesspiegel zum Rosa-Parks-Haus

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