Das Speisehaus der Nationen

Das Herz des Olympischen Dorfes von Berlin schlägt ganz oben. Dort, am höchsten Punkt des historischen Areals im vor den Toren Berlins gelegenen Elstal, erhebt sich ein eindrucksvoller mandelförmiger Gebäude-Komplex. Rund fünfzehn Meter ragt das ehemals prächtige Ensemble aus Eisen, Beton und Glas über den westlichen Rand der Dorfaue empor. Wie die meisten Häuser des Olympischen Dorfes nach einer deutschen Stadt benannt, trug das Hauptgebäude der Anlage natürlich den Namen der deutschen Hauptstadt. Weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt aber wurde das „Haus Berlin“ als „Speisehaus der Nationen“.

Denn hier trafen sich im Sommer des Jahres während der Olympischen Spiele von Berlin die Athleten, um zu essen, zu feiern und sich auszutauschen. In fast vierzig Küchen bereiteten hier speziell geschulte Köche die Speisen nach den jeweils landestypischen Vorlieben der teilnehmenden Nationen zu. In ebenso vielen Speisesälen wurden die Gerichte dann den über 3.000 im Olympischen Dorf logierenden Sportlern serviert.

Das im Stile der Moderne errichtete „Speisehaus der Nationen“ – hier die eindrucksvolle Ostfassade – ist harmonisch in die reizvoll gestaltete Parklandschaft des Olympischen Dorfes eingebettet. Bild: Archiv Wohnmal.info

Offenheit und Moderne

Das „Speisehaus der Nationen“ war nicht nur das funktionale Hauptgebäude, sondern ohne Frage auch das architektonische Aushängeschild der Dorfanlage. Insbesondere die Ostfassade avancierte zum „Gesicht“ des Olympischen Dorfes, in dem sich modernistische wie klassizistische Elemente wiederfanden. Die großen Fensterfronten und der sich gen Himmel terrassenförmig verjüngende Baukörper gaben dieser Schauseite einen strukturierten und dennoch leichten, fast heiteren Charakter. Die geschwungene Gebäudeform und der hellen Sichtbeton verstärkten diese Wirkung noch.

Auf diesem Ende Mai 1936 unmittelbar vor dem Einzug der ersten Mannschaften ins Olympische Dorf aufgenommenen Foto des „Speisehaus der Nationen“ sind die markanten Balkon- und Terrassenflächen des Speisetraktes gut zu erkennen. Bild: Archiv Wohnmal.info

Ähnlich der Eindruck im Innern: Sonne, Licht und frische Luft strömten über die großen Fensterflächen trotz der teils großen Raumtiefen bis in die hintersten Winkel der Esszimmer. Die Helligkeit und die dreieinhalb bis viereinhalb Meter hohe Decken sorgten im gesamten Speisetrakt für ein großzügiges Raumgefühl und ein angenehmes Raumklima.

Auf allen Etagen luden vor den Speisesälen ausgedehnte Terrassenflächen zum Entspannen und herrlichen Blicken in die idyllisch gestaltete Parklandschaft des Olympischen Dorfes ein. Vom obersten Stockwerk konnte man sogar bis hin zum Olympiastadion schauen.

Großrestaurant und Lazarett

Wie das gesamte Olympische Dorf stammt das „Speisehaus der Nation“ aus der Feder des Architektenteams um Werner March (1894 – 1976), der in Kooperation mit Hitlers Lieblingsbaumeister Albert Speer auch für das Reichssportfeld mitsamt Olympiastadion verantwortlich zeichnete. Bei der Projektierung des Bauwerks hatten die Planer die Vorgaben der deutschen Wehrmacht einzuhalten. Die Militärs waren die eigentlichen Bauherrn der Dorfanlage. Nach den Spielen sollten die Sportlerunterkünfte und Einrichtung für eine Infanterieschule und die Unterbringung eines Lehrregiments genutzt werden. Das „Speisehaus der Nationen“ war dabei als Lazarett des Standortes vorgesehen.

Die Planer hatten daher die Anforderungen an ein modernes Hospital bei ihrem Entwurf für das Speisehaus zu berücksichtigen. Der sah zwei konvex geformte, nach Westen bzw. Osten ausgerichtete Flügel vor, die im Norden bzw. Süden durch quadratische Kopfbauten miteinander verbunden waren und einen elliptischen Innenhof umschlossen. Haupttrakt war der drei- bzw. viergeschossige Ostflügel, der durch seine Lage und geschwungene Form besonders viel Tageslicht erhielt.

Nach dem Auszug der Sportler nutzte die Wehrmacht bis zum Ende des 2. Weltkriegs das ehemalige „Speisehaus der Nationen“ als Lazarett. Das nach damaligen Gesichtspunkten sehr fortschrittliche Militärhospital trug die Bezeichnung „Olympia-Lazarett“. Postkarte: Archiv Wohnmal.info

Licht, Luft und ein flexibles Innenleben

Das ganze Gebäude war als Stahlbeton-Skelettbau konzipiert. Dadurch hatten die Innenwände keine tragende Funktion, der Grundriss war problemlos unterschiedlichen Zwecken anzupassen.

Bei der Ausgestaltung des Haupttraktes (Ostflügel) ließen March und Kollegen sich wohl vom österreichischen Architekten Jaro Merinsky (1895 – 1978) inspirieren. Der schlug in seinem „Handbuch der Gebäudelehre“ für Krankenhausneubauten eine Terrassierung der Geschosse vor, um so optimale Bedingungen für die Sonnen- und Freiluftbehandlung – damals gerade en vogue – zu schaffen. March griff diese Idee auf. Die Türen zu den Terrassen waren auch gleich so konzipiert, dass später Patientenbetten aus etwaigen Krankenzimmern bequem hinausgeschoben werden konnten.

Während der Olympiade waren die gastronomischen Einrichtungen im Ostflügel untergebracht. Die Küchen lagen auf der Hofseite, während die jeweils zugehörigen, direkt angrenzenden Speiseräume sich gen Osten zur Dorfaue hin öffneten. Die beiden größten Koch- und Essbereiche befanden sich im Erdgeschoss und waren den Mannschaften aus Italien und den USA zugewiesen. Bis zu 150 Sportler konnten in beiden Sälen jeweils gleichzeitig verköstigt werden. Die Büros und Personalräume des Norddeutschen Lloyds, der den Speisetrakt bewirtschaftete, waren wie Haustechnik und Feuerwehr im niedrigeren und wesentlich schmaleren Westflügel untergebracht.

Das leibliche Wohl der Olympiakämfer

Das leibliche Wohl der Olympiakämfer
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Broschüre des Norddeutschen Lloyds zur Bewirtschaftung des Speisehauses der Nationen. Mit der Bremer Reederei hatten die Organisatoren einen "welterfahrenen" Caterer für die Verpflegung der Sportler aus rund 50 Nationen gewonnen. Quelle: Archiv Wohnmal.info

Die „Gartenstadt Olympisches Dorf“ und ihr Wahrzeichen

Rostendes Eisen, bröckelnder Beton, zersprungenes Glas, vernagelte Türen: der Zahn der Zeit hat am „Speisehaus der Nationen“ tiefe Wunden gerissen. Bis 1945 von der Wehrmacht als „Olympia-Lazarett“ betrieben und dann jahrzentelang von der Roten Armee genutzt, steht der seit 1993 unter Denkmalschutz stehende Komplex nun bereits seit einem Vierteljahrhundert leer. Entsprechend marode ist der derzeitige Zustand.

Sanierung des historischen „Speisehaus der Nationen“

Erst jetzt steht dieses faszinierende Bauwerk wieder im Fokus der Aufmerksamkeit. Das ca. 50 Hektar große Areal des einstigen Olympischen Dorfes soll revitalisiert werden. Auf dem parkähnlichen Gelände wird die „Gartenstadt Olympisches Dorf“ entstehen, ein neuer Ortsteil von Elstal. Schon der erste Bauabschnitt umfasst über 400 neue Wohneinheiten. Dort mittendrin befindet sich das Wahrzeichen des „neuen alten“ Olympischen Dorfs: das „Speisehaus der Nationen“. Rund 35 Millionen Euro investiert ein auf solche Denkmal-Immobilien-Projekte spezialisierter Bauträger, um das emblematische Gebäude denkmalgerecht zu sanieren und bis 2021 in ein hochwertiges Apartmenthaus zu verwandeln.

Westlich des denkmalgeschützten „Speisehauses der Nationen“ werden in der Realisierungsphase der „Gartenstadt Olympisches Dorf“ 20 moderne Wohnhäuser gebaut. Quelle/Visualisierung: Terraplan

Das äußere Antlitz des Ensembles soll dem ursprünglichen Erscheinungsbild möglichst nahe kommen. Die Fassaden werden dementsprechend in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde restauriert. Auch im Inneren des Gebäudes werden erhaltenswerte Elemente wie z.B. die beiden originalen Haupttreppenräume im Speisetrakt renoviert.

Neuer Glanz: So soll die stilvolle Ostfassade des „Speisehauses der Nationen“ Elstal nach der Sanierung wieder strahlen. Visualisierung: Terraplan

Moderne Eigentumswohnungen mit olympischen Flair

Insgesamt werden rund 117 mitunter spektakuläre Wohnungen in dem beeindruckenden Bauwerk errichtet, 75 davon im einstigen Speisetrakt (Ostlügel) und 42 im ehemaligen Servicetrakt (Westflügel). Acht weitere Wohneinheiten entstehen in dem westlich des Servicetraktes gelegenen Heizhaus, das ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Alle Wohnungen werden als Eigentumswohnungen zum Kauf angeboten.

Die Apartments und Maisonetten sind zwischen 47 und 207 Quadratmeter groß, die sich auf zwei bis vier Zimmer verteilen. Fast alle Einheiten besitzen mindestens eine Terrasse. Die Ausstattung entspricht durchweg gehobenem Niveau. Laut Bauträger können Erwerber zwischen verschiedene Designvarianten für Bäder, Fußbodenbeläge und Armaturen wählen. Ausreichend Stellplätze stehen in zwei Tiefgaragen bereit, die um Parkmöglichkeiten für Besucher ergänzt werden.

Viele Sonne und tolle Aussicht bieten die Dachterrassen der sich über das zweite Obergeschoss und das Dachgeschoss erstreckenden Maisonetten im „Speisehaus der Nationen“. Visualisierung: Terraplan

KfW-Energieeffizienhaus

Die Wärme- und Warmwasserversorgung erfolgt durch ein Blockheizkraftwerk, das im Erdgeschoss des Heizhauses installiert wird. Effiziente Wärmedämmung sorgt im Verbund mit modernster Haustechnik für einen hohen energetischen Standard. Die sanierten Gebäude erfüllen die strengen Kriterien eines KfW-Effizienzhauses Denkmal, so dass Käufer einer Wohnung Finanzierungshilfen wie besonders zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse bis zu 12.500 Euro aus dem KfW-Programm 151 „Energieeffizient Sanieren“ in Anspruch nehmen können.

Kaufpreise und Mieterwartung

Die Kaufpreise für eine Wohnung im „Speisehaus der Nationen“ liegen zwischen 4.880 und 5.680 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. In der Vermietung werden Nettokaltmieten von mindestens 10,50 Euro pro Monat erwartet. Elstal gehört zu den besonders prosperierenden Orten im Berliner Speckgürtel. Eine gute Infrastruktur und die hervorragende Lage an der Stadtgrenze Berlins mit schnellen Verbindungen ins Zentrum der deutschen Hauptstadt – keine 25 Minuten dauert die Fahrt mit dem Regionalexpress vom Bahnhof bis zum Berliner Hauptbahnhof – sowie nach Potsdam lässt eine sehr gute Vermietbarkeit und eine ansprechende Wertentwicklung eines Apartments im „Speisehaus der Nationen“ erwarten.

Hohe Denkmal-AfA

Erwerber einer Wohnung im „Speisehaus der Nationen“ können von hohen Abschreibungsmöglichkeiten profitieren. Voraussichtlich rund 65 % des Kaufpreises einer Wohnung können gemäß §7i EStG als sog. Denkmal-AfA steuerlich geltend gemacht werden.

Weitere Projektinfos

Detailliertere Informationen zum Projekt und den Wohnungen im „Speisehaus der Nationen“ im ehemaligen Olympischen Dorf Berlin wie z.B. Exposés, Grundrisse, Verfügbarkeit) können über den nachfolgenden Button angefordert werden.

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Lesetipps & Quellen:

  • Olympia, Soldaten und der Zahn der Zeit – eine fotografische Spurensuche im Olympischen Dorf von 1936 in Elstal
  • Hübner, Emanuel (2015): Das Olympische Dorf von 1936. Planung, Bau und Nutzungsgeschichte
  • Kaule, Martin (2014): Orte der Geschichte: Olympiastadion Berlin und Olympisches Dorf Elstal

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