Charlottenburg: Bürgerspital wird „Quell der Freude“

Es war ruhig geworden um das frühere Bürgerspital Charlottenburg (Mehr zum Bürgerspital lesen). Nach Eigentümerwechsel und Überarbeitung der ursprünglichen Konzeption („Gartenresidenz Charlottenburg“) wird das eindrucksvolle und unter Denkmalschutz stehende Bauwerk an der Mollwitzstraße nun aber (endlich) saniert. Das Gebäude wird zudem durch den Neubau des zuvor nie realisierten Ostflügels am Heubnerweg zu komplettiert. In dem architektonisch sehr reizvollen Ensemble aus Alt und Neu entstehen knapp 200 Wohnungen.

Das Bauvorhaben ist Teil eines Projekts, bei dem in den nächsten Jahren bis zu 700 Wohnungen auf dem rund 4 Hektar großen ehemaligen Klinikareal entstehen. Besonders dabei ist, dass das Gelände (weitgehend) autofrei gehalten wird. Die notwendigen Stellplätze werden in Tiefgaragen geschaffen, die von den umliegenden Straßenzügen direkt erreichbar sind. So bleibt zwischen den Wohnhäusern viel Raum für die Anlage von ausgedehnten Grün-, Wasser und Spielflächen. Es entsteht ein ruhiges, optisch ansprechendes und erholsames Wohnumfeld, das durchaus etwas von der wohltuenden Atmosphäre des nur einen Steinwurf entfernten Schlossparks Charlottenburg aufnehmen könnte. Der Bauträgerscheint jedenfalls vom hohen Komfort und der besonderen Lebensqualität überzeugt, die seine Bauwerke den zukünftigen Bewohnern bieten werden, sonst hätte er das Gesamtvorhaben sicherlich nicht auf den Namen „Joli Coeur“ (frei übersetzt „Quell der Freude“) getauft.

Die prächtige Bachsteinfassade des Bürgerspitals wird denkmalgerecht saniert. Auch die weite Gartenanlage an der Mollwitzstraße wird als wesentlicher Bestandteil des Gesamtensembles in Anlehnung an die historischen Pläne gestaltet. Bild: Home Center Management

Eindrucksvoller Blick von Südosten: Die prächtige Bachsteinfassade des Bürgerspitals wird denkmalgerecht saniert. Auch die weite Gartenanlage an der Mollwitzstraße wird als wesentlicher Bestandteil des Gesamtensembles in Anlehnung an die historischen Pläne gestaltet. Bild: Home Center Management

Stilvolles Wohnen im denkmalgeschützten Backsteinbau

Die denkmalgerechte Sanierung und Ergänzung des Bürgerspitals soll – als 1. Bauabschnitt von „Joli Coeur“ – bis Ende 2015 abgeschlossen sein.
In den Altbauflügeln werden rund 160 Wohneinheiten und im neuen Ostflügel 34 weitere Apartments realisiert. Es entstehen Einheiten mit Gartenanteil, klassische Etagenwohnungen, aber auch Maisonetten und Dachgeschosswohnungen. Vom 52 Quadratmeter „kleinen“ Zweizimmer-Apartment bis zum 350 Quadratmeter-Domizil im Dach wird eine große Vielfalt an Grundriss-Varianten angeboten. Die Mehrzahl der Wohnungen bietet zwischen 65 und 140 Quadratmeter Fläche, die sich auf zwei bis vier Zimmer aufteilt.

Die Ausstattung ist hochwertig, es werden mehrere Designlinien zur Auswahl angeboten. Fast alle Wohnungen verfügen über mindestens einen Balkon und/oder Terrasse. Die Wohnungen in den oberen Stockwerken sind per Fahrstuhl erreichbar. Die Wärme/Warmwasserversorgung erfolgt über Fernwärme.

Wohnen im historischen Bürgerspital: Das Mauerwerk, große Fenster und  bis zu vier Meter hohen Räume schaffen ein ganz besonderes Ambiente. Bild: Home Center Management

Wohnen im historischen Bürgerspital: Das Mauerwerk, große Fenster und bis zu vier Meter hohen Räume schaffen ein ganz besonderes Ambiente. Bild: Home Center Management

Wohnungen mit KfW-Förderung und Denkmalschutz-AfA

Alle Wohnungen werden als Eigentumswohnungen zum Kauf angeboten. Die Kaufpreise bewegen sich zwischen 3.150 Euro und 5.000 Euro / Quadratmeter im Altbau bzw. 3.300 Euro und 4.800 Euro / Quadratmeter im Neubau. Die Sanierung des Altbaus erfolgt nach den energetischen Standards eines KfW-Effizienzhauses 70, der Neubau erfüllt die Kriterien des KfW- Effizienzhauses 55. Erwerber einer Wohnung können daher zinsgünstige KfW-Darlehen zur Finanzierung in Anspruch nehmen. Käufer einer Wohnung im historischen Bauteil können zudem voraussichtlich rund 50% des Kaufpreises als Denkmalschutz-AfA bei der Einkommenssteuer geltend machen.

Fazit: Gut Ding will offenbar Weile haben

Das lange Warten hat sich im Falle des Bürgerspitals gelohnt. Mir gefallen das neue Konzept für die Entwicklung des Klinikgeländes im Allgemeinen und die Sanierung und Nutzung des historischen Bürgerspitals für wesentlich besser, als die ursprünglichen (und kaum bekannten) Pläne des vorherigen Eigentümers. Der beabsichtigte ja auf dem Areal eine „Gated Community“ für besonders Betuchte zu machen. Ich habe für solche sich radikal von ihrem gewachsenen Umfeld abgrenzende und distanzierende Luxuswohninseln noch nie viel übrig gehabt. Umso mehr freut es mich, dass das Bürgerspital nun entsprechend seiner ursprünglichen Bestimmung einer breiteren Schicht der Berliner bzw. Charlottenburger Bevölkerung zum Wohnen und Leben offen stehen wird.

Darüber hinaus sind bekanntermaßen gerade in den westlichen Innenstadtbezirken Wohnungsbauprojekte rar gesät, die hinsichtlich Lage und Objekt überzeugen. „Joli Coeur“ schafft hier auch dank Anzahl und Vielfältigkeit der angebotenen Wohnungen für eine erfreuliche Belebung des Marktes. Viel günstiger dürfte eine neuwertige Wohnung in vergleichbarer Lage derzeit kaum zu finden sein. Zudem bieten KfW-Förderung und Denkmalschutz-AfA (Wohnungen im Altbauteil) interessante wirtschaftliche Möglichkeiten. Wer in Charlottenburg Wohnung zur Selbstnutzung oder als (dann vermietete) Kapitalanlage sucht, sollte sich das Projekt daher auf jeden Fall einmal ansehen. Vielleicht ist das Passende ja dabei.

Der neu errichtete Ostflügel komplettiert das Ensemble am Heubnerweg. Die moderne Architektur und die helle Fassade bilden einen deutlichen und doch ansehnlichen Kontrast zum 1900 errichteten alten Gebäudeteil.  Bild: Home Center Management

Der neu errichtete Ostflügel komplettiert das Ensemble am Heubnerweg. Die moderne Architektur und die helle Fassade bilden einen deutlichen und doch ansehnlichen Kontrast zum 1900 errichteten alten Gebäudeteil. Bild: Home Center Management

Lesetipp
Wissenswertes zur Geschichte des Bügerspitals in Charlottenburg: „Vom Bürgerspital zur Gartenresidenz“

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