Werder: Fliegerheim für Bootsfreunde und Wasserratten

Inmitten in der herrlichen Potsdamer Seen- und Schlösserlandschaft liegt die Havelstadt Werder. Die Nähe zu Potsdam und Berlin macht den Ort zu eine begehrten Wohnlage insbesondere für Menschen, die naturnahes Wohnen mit den beruflichen und kulturellen Möglichkeiten in der Hauptstadtregion verbinden möchten. Seit einiger Zeit entwickelt sich in Werder nördlich des malerischen alten Stadtkerns der neue Ortsteil „Havelauen“ (mehr dazu in meinem Post „Havelauen: Werders Jahrhundertprojekt“. Die Lage direkt an den Ufern von Zernsee, Havel sowie eines großen Bootshafens ist einmalig. Ausgedehnte Grünflächen und eine aufgelockerte Bebauung mit ersten Einfamilien- und Reihenhäusern lassen Havelauen schon heute den Gartenstadt-Charakter der Havelauen erahnen. Im Süden des neuen Stadtteils stößt man unweit der Baustellen für die Seepromenade und das opulente Erlebnisbad „Blütentherme“ auf mehrere alte Gebäudekomplexe. Kaum jemand weiß, dass die alten Häuser einst zu einem bedeutenden Fliegerhorst gehörten.

Pittoresker Dornröschenschlaf: das einstige Stabsgebäude des Fliegerhorstes Werder wartet im Augenblick noch auf den weckenden Kuß. Doch der kommt bald: auch dieses Haus wird aufwändig saniert und zu Wohnzwecken umgebaut. (Foto: Sven Hoch)

Pittoresker Dornröschenschlaf: das einstige Stabsgebäude des Fliegerhorstes Werder artet im Augenblick noch auf den weckenden Kuß. Doch der kommt bald: auch dieses Haus wird aufwändig saniert und zu Wohnzwecken umgebaut. Foto: Sven Hoch

Die Fliegerschule in Werder

Ab 1934 hatte nämlich das Reichsluftfahrtministerium (RLM) damit begonnen, Ausbildungsstätten für Luftwaffenpiloten zu errichten. Diese sogenannten Luftkriegsschulen (LKS) umfassten neben den für den Flugbetrieb notwendigen Einrichtungen auch Lehrsaalbauten und Wohnhäuser für die dort stationierten Ausbilder und Flugschüler. Ersten Anlagen dieser Art entstanden in Dresden (LKS 1) und Berlin-Gatow (LKS 2) unter der Leitung des Architekten Ernst Sagebiels (1892 – 1970). Auch die Planung der LKS 3 „Wildpark-Werder“ lag zunächst vollständig in den Händen der „Neubauleitung Ernst Sagebiel“, wurde dann jedoch aufgeteilt. Während Sagebiel den Standort „Wildpark“ zur geheimen Kommandozentrale der Luftwaffe ausbaute, übertrug das RLM dem Ingenieurbüro von Hans Geber den Auftrag für die eigentliche Flugschule. Sie sollte am Standort Werder (Havel) auf einem weiten Areal am Westufer des Großen Zernsees entstehen, das damals unter der Bezeichnung „Werdersche Wiesen“ bekannt war. Das flache Terrain bot ideale Voraussetzungen für die Einrichtung und den Betrieb eines Flugplatzes.

Gebers Konzept für die LKS Werder unterschied sich in einigen Punkten von den Anlagen in Gatow und Dresden. Beispielsweise wurden die Gebäude in vergleichsweise lockerer Form auf dem Gelände verteilt. Auch Unterkunft und Unterricht wurden nicht mehr strikt räumlich voneinander getrennt, sondern quasi „en bloc“ in vier identisch ausgelegten Häuserensembles zusammengelegt. Jeder dieser Blöcke bestand aus zwei zweigeschossigen Wohntrakten, die zusammen mit den sich jeweils winklig anschließenden einstöckigen Lehrsaalflügeln und dem gegenüberliegenden Stabsgebäude einen rechteckigen Platz umschlossen. Zwischen diesen markanten Karrees lagen die kleineren, z.T. verwinkelten Wirtschaftsgebäude und Casinos. Anordnung und Dezentralisierung der Einrichtungen gingen auf ein verbessertes Luftschutzkonzept zurück.

„Luftwaffenmoderne“ in den Werderschen Wiesen

Außer dem Raumprogramm machte das RLM den Architekten im Hinblick auf die Gestaltung der Gebäude offenbar kaum Vorgaben. Geber und sein Team übernahmen in ihren Entwürfen weitgehend die geradlinige Formensprache der sogenannten „Luftwaffenmoderne“. Dieser maßgeblich von Ernst Sagebiel geprägte Baustil war damals gerade en vogue bei den Verantwortlichen des RLM. Zu den typischen Gestaltungsmerkmalen der „Luftwaffenmoderne“ gehörten u.a. glatte, schnörkellose Fassaden mit recht flachen Dächern, hohen Fenstern, aus Werkstein gearbeiteten Simsen und Stürzen sowie muschelkalkverkleideten Vorbauten, Eingangsbereichen und Säulengängen. Die Anlage der LKS Werder wirkte allerdings durch die bereits erwähnte lockere Anordnung der Bauten und die teilweise verwinkelten Grundrisse einen Touch verspielter, die Fassaden durch den verwendeten Kellendrückputz rustikaler als andere in dieser Zeit realisierte RLM-Projekte. Bereits am 29. Juni 1936 feierte man Richtfest in der LKS Werder, zwei Tage später zogen bereits die ersten Truppen ein. Die Bauarbeiten wurden jedoch erst ein gutes Jahr später abgeschlossen. Bis 1945 wurden in in der LKS Werder in mehreren Lehrgängen rund 1.500 Luftwaffenpiloten ausgebildet.

Fotostrecke „: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der LKS-Gebäude in Werder – Zum Start auf ein Bild klicken!

Ein besonderes Zuhause in den Havelauen

Nach Kriegsende nutzte die Rote Armee die Anlage als Kaserne. Nach Abzug der Sowjets wurde die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt, der im Rahmen der Planungen für das Entwicklungsgebiet „Havelauen“ jedoch (leider) wieder aufgehoben wurde. So konnte ein Großteil der LKS-Bauten abgerissen werden, um Platz für Neubauprojekte zu schaffen. Heute sind nur noch einige Wirtschaftsgebäude und drei der vier Wohn-/Lehrsaalblöcke der einstigen Fliegerschule erhalten. Ein Casino und eines der Karrees wurden bereits (weitgehend) instand gesetzt, die Häuser werden heute vorwiegend von der Freien Walddorfschule Werder sowie dem zugehörigen Kindergarten genutzt.

Die verbleibenden beiden Blöcke und die übrigen Wirtschaftsgebäude sollen nun ebenfalls saniert und zu Wohnzwecken umgebaut werden. In den acht historischen Fliegerhorst-Häusern entstehen dabei insgesamt 141 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Die einzelnen Einheiten sind zwischen 50 und 140 Quadratmetern groß. Die mir bisher bekannten Grundrisse (Haus 1) gefallen mir ausgesprochen gut. Sie sind licht, großzügig und praktisch zugleich gestaltet. Ganz offensichtlich hat sich hier jemand die Mühe gemacht, den Komfort für die künftigen Bewohner in den Fokus des Entwurfs zu stellen – eine Herangehensweise, die ich mir in der Vergangenheit bei manch anderem Projekt sehnlichst gewünscht hätte.

Haustechnik und Ausstattung der Apartments sind modern und zeitgemäß ausgelegt. So gehören Fußbodenheizung, Designbäder mit Echtglasduschen und kassettierte Stiltüren zum Standard. Jede Einheit besitzt außerdem entweder ein Terrasse mit kleinem Garten, einen Balkon oder eine Dachterrasse. Alle Wohnungen sollen Ende 2014 bezugsfertig sein. Nach Fertigstellung erfüllen die Gebäude die energetischen Standards eines KfW-Effizienzhauses 115, so dass Erwerber besonders zinsgünstige Darlehen (Förderung nach KfW-Programm 151 „Energieeffizient Sanieren“ in Anspruch nehmen können. PKW-Außenstellplätze sind in ausreichender Zahl vorgesehen. Ein eigener Bootsliegeplatz kann in der nur ein paar Schritte entfernten Marina „Aquamarin“ erworben werden. Dort finden Wassersportbegeisterte von der Slipanlage bis zur Segelschule alles was das Herz begehrt.

Die Wohnungen in den sanierten Fliegerheimen sind integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts für die Havelauen. Der neue Stadtteil Werders besticht durch viel Grün und die direkt Uferlage am Großen Zernsee. Visualisierung: PRV

Die Wohnungen in den sanierten Fliegerheimen sind integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts für die Havelauen. Der neue Stadtteil Werders besticht durch viel Grün und die direkte Uferlage am Großen Zernsee. Visualisierung: PRV

Attraktives Immobilien-Investment

Sanierung und Ausbau der alten Fliegerheime erfolgt durch einen erfahrenen mittelständischen Bauträger, der bereits zahlreiche Projekte u.a. in Berlin und Leipzig realisiert hat. Alle Einheiten werden als Eigentumswohnung zum Kauf angeboten, der Kaufpreis beträgt einheitlich 2.150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Das gesamte Projekt richtet sich explizit sowohl an Eigennutzer, die eine schickes Domizil im Grünen mit direktem Metropolanschluss oder eine Ferienwohnung am Wasser suchen, als auch an renditeorientierte Kapitalanleger. Die (realistische) Mieterwartung liegt bei etwa rund 7,50 Euro/Quadratmeter nettokalt, so dass eine attraktive Mietrendite von etwa 4 % p.a. erwirtschaftet werden kann. Vielleicht können Erwerber einer Wohnung sogar noch Sonderabschreibungsmöglichkeiten (Sanierungs-AfA) nutzen, dies steht aber noch nicht „hundertprozentig“ fest.

Mittel- bis langfristig dürften die Wohnungen in den ehemaligen Fliegerheimen zudem vom Erfolg der „Havelauen“ profitieren und im Wert steigen. Der neue Stadtteil Werders ist keine „Vision“ mehr, sondern bereits gelebte Wirklichkeit. Viele Projekte wurden schon realisiert oder befinden sich im Bau, bei anderen steht der Baustart unmittelbar bevor. Die örtliche Infrastruktur ist ausgezeichnet. Mehrere Bildungseinrichtungen (Kita/Schulen) liegen direkt im Entwicklungsgebiet, vielseitige Shoppingmöglichkeiten in einem nagelneuen Einkaufszentrum kommen bald hinzu (Eröffnung August 2013). Vom wenige Gehminuten entfernten Bahnhof benötigt der Regionalexpress gerade einmal sieben Minuten bis zum Potsdamer Hauptbahnhof bzw. eine halbe Stunde bis in die Berliner City. Auch die Autobahnanbindung nach Potsdam, Berlin und zum Flughaben Schönefeld/BBI ist hervorragend.

Kein Wunder, dass immer mehr Berliner und Potsdamer den Standort für sich entdecken. Fast alle Eigenheimgrundstücke sind inzwischen verkauft, auch das Interesse an den Projekten mit Eigentumswohnungen ist groß. Die „Havelauen“ werden sich zu einer exzellenten Adresse entwickeln, begehrt nicht nur bei Wasserportlern, sondern bei allen, die die Vorzüge eines naturnahen, familienfreundlichen Wohnumfeldes mit besten Verbindungen in die angrenzenden Preußenmetropolen zu schätzen wissen. Davon bin ich überzeugt.

Naturnahes Wohnen in historischen Gemäuern: Eigentumswohnungen in Fliegerheimen in Werder. Foto: PRV

Naturnahes Wohnen in historischen Gemäuern: Eigentumswohnungen in Fliegerheimen in Werder. Foto: PRV

Weitere Infos zum Projekt

Wer sich für eine Wohnung in den historischen Fliegerheimen am Zernsee interessiert, kann über dieses Formular direkt detaillierte Auskünfte (z.B. Grundrisse, Preise, Verfügbarkeit etc.) anfordern.

Lesetipps und ausgewählte Quellen

„Havelauen: Werders Jahrhunderprojekt“ – Die bewegte Geschichte und spannende Zukunft des neuen Ortsteils von Werder (Havel).

„Ernst Sagebiel – Leben und Werk“ von Elke Dittrich. – Gut recherchiertes und ansprechend geschriebenes Buch mit ausführlichen Informationen zu den Luftkriegsschulen und der „Luftwaffenmoderne“. Erschienen 2005 im Lukas Verlag.

„Havelauen: Dynamik zwischen Friedrichshöhe und Großem Zernsee“ von Rainer Lambrecht und Klaus-Peter Meißner. – Erschienen 2012 im Knotenpunkt Verlag.