Lichtenberg: Alte Post im Carré

Postamt-Dottistraße-Fassadendetail-1In der Dottistraße, einer stillen Nebenstraße der Frankfurter Allee, zieht ein imposantes Bauwerk alle Blicke auf sich. Auch wenn das Gebäude leer steht und seine besten Zeiten ganz offensichtlich schon eine Weile zurückliegen, so ruft die rund achtzig Meter langen Backsteinfront beim Betrachter dennoch sofort Achtung und Respekt hervor. Dabei ist die Fassade des viergeschossigen Baus – zumindest auf den ersten Blick – recht nüchtern gehalten. Ihre (fast) symmetrische Gliederung wird durch die regelmäßige Reihung und einheitliche Größe der Fenster noch hervorgehoben. Ein schmaler Sims trennt das Erdgeschoss von den darüber liegenden Etagen. Dadurch heben sich die kräftigen rot-braunen Töne der für die Obergeschosse verwendeten Klinker deutlich von den rot-bläulich schimmernden Steinen im Parterre ab. Ein aus Werkstein gearbeiteter Abschlusssims stellt einen durchaus markanten Übergang zum Dach her.

Erst beim genaueren Hinschauen bleibt das Auge an den unvermittelt hervorspringenden dreieckigen Pfeilern des Hauptportals hängen, nur um dann staunend das rhythmischen Auf und Ab zu entdecken, mit dem quadratische Ziegelornamente den gleichförmigen Fensterbändern Struktur geben und dem Antlitz des gesamten Gebäudes eine geradezu subtile Dynamik verleihen. Tatsächlich ist es diese feine expressionistische Formensprache, der das Haus seine besondere Ausstrahlung verdankt. Sie findet sich auch in seinem Inneren wieder: an den Türen, im Treppenhaus oder in einem saalartigen Raum, in dem palmenartige Säulen elegant gen Himmel (bzw. zur Decke) streben.

Beispielhafter Berliner Backsteinimpressionismus

Errichtet wurde das Gebäude in solider Mauerwerksbauweise als „Postamt Lichtenberg I“ zwischen 1925 und 1929 im Auftrag der Berliner Oberpostdirektion. Es stammt also aus einer Zeit, in der sich die gesellschaftlichen Veränderungen, die das Ende des Kaiserreichs und eine neue, demokratische Staatsform mit sich brachten, endlich auch in der Architektur öffentlicher Nutzbauten zu manifestieren begannen. Lag in der wilhelminischen Epoche der Fokus auf reich geschmückten, dekorativen, historisierenden Fassaden nach Kaisers Gusto, so stand nun Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des Baus im Vordergrund. Das Äußere war so sparsam und sachlich, das Innere so praktisch wie möglich zu gestalten. Dabei war durch geradliniges Design, sorgfältige Materialauswahl und erstklassige Bauausführung dennoch ein repräsentatives Ambiente zu schaffen.

Das Postamt in der Dottistraße ist beispielhaft für diese Epoche. Wenige geschickt miteinander verbundene traditionelle und expressionistische Stilelemente reichen aus, um eine ansprechende und eindrucksvolle Straßenansicht zu gewährleisten. Die Kosten ließen sich minimieren, indem die Rückseite des Postamts nur im Bereich der Treppenaufgänge verklinkert, die restliche Wandfläche dort aber verputzt wurde. Die Raumaufteilung im Innern orientierte sich in erster Linie an den Erfordernissen des Postbetriebs. So waren im Erdgeschoss sämtliche Dienste gebündelt, die Publikumsverkehr erforderten. Hier befanden sich z.B. die Schalterhalle – jener bereits erwähnte große Saal mit den palmenähnlichen Säulen – oder die Paketannahme- und ausgabe. In den oberen Stockwerken waren Direktion, Verwaltung, Postscheckwesen und das in den 1920er Jahren stark wachsende Fernmeldewesen (Telefon) untergebracht. Große Fenster sorgten für ausreichend Licht und Luft an den Arbeitsplätzen und in allen den Postkunden zugänglichen Bereichen.

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Seiner ursprünglichen Bestimmung diente das Gebäude nur bis 1945. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs übernahm die sowjetische Militärverwaltung die Liegenschaft und installierten im Ostflügel eine Zentrale für den Telefonverkehr in die Sowjetunion. Wenig später richteten ostdeutsche Stellen im Westflügel ein weiteres Fernmeldeamt, das für Verbindungen in das Ost-Berliner Telefonnetz zuständig war. Brief- und Paketverkehr wurde in der Dottistraße nicht mehr abgewickelt. Nach der Wiedervereinigung wurde das Fernmeldeamt bis 1995 weiterbetrieben. Seitdem steht das Gebäude leer, denn diverse zwischenzeitliche Modernisierungspläne wie z.B. ein Umbau zum Bürogebäude wurden allesamt verworfen.

Neues Leben rund um die „Alte Post“

Erst jetzt beginnt für das ehrwürdige Gebäude ein neues Kapitel: es wird zum Herz einer Wohnanlage, in der sich – typisch für Berlin – Alt und Neu zu einem besonderen Wohnerlebnis verbinden will. Das Projekt umfasst das gesamte ehemalige Postareal zwischen Dottistraße, Ruschkestraße und dem sich nördlich am Bleckmannweg anschließenden Park. Das Grundstück wird zunächst von den in 1930er und 1950er Jahren errichteten Ergänzungsbauten befreit, das eigentliche Bauvorhaben dann in zwei Schritten realisiert:

– Der 1. Bauabschnitt umfasst die denkmalgerechte Sanierung und den Umbau des alten Postgebäudes zur Wohnnutzung.
– Der 2. Bauabschnitt sieht dem Neubau von insgesamt vier Wohnhäusern rund um den ehemaligen Posthof vor.

„Alte Post“ und Neubauten werden dabei in Form eines Carrés arrangiert, in dessen Mitte eine geschützte grüne Oase für die Bewohner der Anlage entsteht. Eine Tiefgarage mit etwa 90 Stellplätzen rundet die Konzeption ab. Nun also ein detaillierter Blick auf das Projekt:

Das Denkmalschutz-Projekt: Stilvolles Wohnen in der „Alte Post Lichtenberg“

Im 1. Bauabschnitt wird das einstige Postgebäude von Grund auf saniert. Dabei wird auf die denkmalgerechte Sanierung der Backstein-/Klinkerfassaden besonderer Wert gelegt. Insgesamt 48 Wohnungen entstehen in den historischen Gemäuern, die den Charme der Architektur aus den 20er Jahren mit modernem Wohnkomfort vereinen. Deckenhöhe von mindestens drei Metern garantieren ein großzügiges Raumerlebnis. Die Grundrisse sind hell und funktional gestaltet. Ein Großteil der Wohnungen erhält über zum Innenbereich des Gebäude-Ensembles ausgerichtete Balkons oder Terrassen. Zur Ausstattung der Apartments zählen u.a. Echtholzparkett, Fußbodenheizung und moderne Bäder. Aufzüge erschließen alle Etagen. Energieeffizienz und Haustechnik erfüllen moderne Standards.

Sämtliche Einheiten werden als Eigentumswohnung zum Kauf angeboten. Die Kaufpreise variieren je nach Wohnung zwischen 2.980 und 3.375 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Voraussichtlich mindestens die Hälfte des Kaufpreises können Erwerber einer Einheit in der „Alten Post“ als Denkmalschutz-AfA bzw. Sanierungs-AfA bei der Einkommenssteuererklärung geltend machen.

Das Neubau-Quartett: Single-Apartment oder Familienwohnung direkt am Park

Die Architektur der vier Neubauten des 2. Bauabschnittes ist – soweit ich das nach Visualisierungen beurteilen kann – offen, modern und urban, aber nicht außergewöhnlich. Bemerkenswert ist die vorgesehene Begrünung der Dächer. Insgesamt 90 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen sollen in dem Häuserquartett Platz finden. Die einzelnen Einheiten sind zwischen 41 und 163 Quadratmeter groß. Die Grundrisse überzeugen. Vom Singleapartment bis zur Familienwohnung gibt es klug geschnittene Wohnungen, die unterschiedlichen Lebenssituationen und Ansprüchen gerecht werden. Jede Wohnung verfügt über Balkon oder Terrasse und ist per Fahrstuhl erreichbar. Die Ausstattung ist zeitgemäß und von ansprechender Qualität, sie umfasst unter anderem eine Fußbodenheizung und mehrere Designlinien für Bäder und Armaturen.

Mir persönlich gefallen die drei direkt am Park am Bleckmannweg liegenden Häuser am besten: hier genießt man Ruhe und einen unverbaubaren Blick ins Grüne – und beides ist in einer Großstadt nun einmal etwas besonderes. Alle Wohnungen im Neubau-Quartett werden zum Kauf angeboten, de Kaufpreise bewegen sich dabei zwischen 3.100 und 3.400 Euro pro Quadratmeter.

So soll´s aussehen: Diese Visualisierung auf einem Bauschild zeigt einen Blick in den begrünten Innenhof des fertiggestellten Gebäudeensembles rund um das einstige Postamt. Foto: Sven Hoch

So soll´s aussehen: Diese Visualisierung auf einem Bauschild zeigt das fertiggestellte Gebäudeensemble aus der Vogelperspektive. Foto: Sven Hoch

Ruhige und zentrale Wohnlage mit guten Perspektiven

Das Projektgrundstück befindet sich am östlichen Rand der Berliner Innenstadt. Genau hier stoßen die Bezirke Friedrichshain und Lichtenberg aneinander. Der Alexanderplatz ist etwa vier Kilometer entfernt. Auch wenn sie mit Sicherheit nicht zu den Top-Wohnlagen der Hauptstadt gehört, ist die Dottistraße dennoch nicht unattraktiv und bietet mittel- bis langfristig viel Potential. Das Objekt liegt im Sanierungsgebiet „Frankfurter Alle Nord“, so das davon auszugehen ist, dass die Umgebung in den nächsten Jahren eine erhebliche Aufwertung erfahren wird. Die Infrastruktur ist schon jetzt hervorragend. Zwei U-Bahn-Stationen und ein S-Bahnhof liegen quasi direkt vor der Haustür. Das Ringcenter mit seinen vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten ist in wenigen Gehminuten erreicht wie diverse öffentliche Einrichtungen. Direkt ans Areal der Alten Post grenzt ein kleiner Stadtpark, weitere Grünflächen sowie mannigfache Sport- und Erholungsmöglichkeiten gibt es in der näheren Umgebung.

Die „Alte Post“ kann daher mittel- bis langfristig orientierten Investoren eine durchaus interessante Perspektive bieten. Die neuen Wohnhäuser – insbesondere die am Park liegenden Häuser – sind dagegen meiner Meinung nach vor allem für Menschen interessant, die eine bezahlbare Eigentumswohnung zum „Selbereinziehen“ in einer ruhigen und dennoch citynahen Lage suchen.

Weitere Infos

Wer sich für die Wohnungen in und um die „Alte Post“ in Lichtenberg interessiert, kann über dieses Formular direkt weitere Auskünfte (z.B. Grundrisse, Preise etc.) anfordern.

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